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Tag 3 – was noch geschah in Genua

Genua besteht gefühlt aus engen hohen Gassen. Die zwar gerade wirken. Da man aber irgendwie oft am Ausgangspunkt wieder ankommt, sind sie es wohl nicht.

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Den Checkin im Hotel Palazzo Grillo führte eine junge, asisatisch anmutende Dame aus. Mich hatte geärgert, daß bei jedem Hotel, das ich in den letzten Tagen ausgesucht hatte, in booking.com ein Parkplatz als Feature ausgewiesen war.

Parkplatz am Hotel …

Heute, wie auch in den Tagen zuvor, war der Parkplatz weit entfernt vom Hotel, konkret am Aquarium von Genua. Der Fußweg ist laut Google theoretisch in 6 Minuten machbar. Aber Genua besteht gefühlt aus engen hohen Gassen. Die zwar gerade wirken. Da wir aber immer wieder am Ausgangspunkt ankamen, sind sie es wohl nicht.

Ausflug in den Rassismus

Ich sagte der jungen Dame also leicht genervt, man könne wohl kaum von einem Parkplatz am Hotel sprechen. Sie entgegnete,  es sei eben ein Partnerparkplatz des Hotels. Und somit gehöre er dazu. Ich antwortete ihr, wenn das Hotel in Peking sei. Und der Parkplatz in Shanghai. Ob sie es dann immer noch gerechtfertig fände, so zu tun, als ob der Parkplatz zum Hotel gehörte? Sie grinste mich an und sagte: „Ich bin keine Chinesin“. Potz Blitz wurde mir klar, daß ich gerade zum Alltagsrassisten geworden war. Offensichtlich hatte mein Unterbewußtsein diese chinesischen Großstädte nur ausgewählt, weil mein Gegenüber für mich chinesisch wirkte. Peinlich …

Die gebildeteste Schwiegermutter von Allen hatte uns das centro storico von Genua zum Sightseeing empfohlen. Gekommen sind wir nur bis hinter die Kathedrale von Genua. Zu verlockend waren die Liegestühle des Café Douce am Piazza Giacomo Matteotti. Eine ganze Reihe mit Blick auf den Palazzo Ducale, in dem noch ein paar Tage eine Ausstellung zu Monet läuft.

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Kleines Kran-Balett am Palazzo Ducale

Anscheinend wurde aber schon das nächste Event vorbereitet, denn 8 Männer waren damit beschäftigt, lautstark darüber zu gestikulieren, wie sie diese riesige graue Holzbox in den Palazzo bugsieren könnten.

Deutscher Pessimismus vs. Italienisches Kollektiv

An Equipment zur Verfügung standen dazu ein riesiger Hydraulikkran und eine Hebebühne, die es dem Kranführer möglich machte, aus einer guten Sichtposition den Kran zu steuern. Ziel des ganzen war eine große Terrassentür über dem säulenbewehrten Eingang.

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Die Box muss nach oben – klappt das?

Ich als alter Skeptiker war sofort der festen Auffassung, daß das nie und nimmer klappen würde. Die Befestigung der Holzbox konnte man bestenfalls improvisiert nennen. Und die Öffnung im Palazzo war offensichtlich viel zu klein für die riesige Box. Ich schmiedete meinen persönlichen Evakuierungsplan… Und es kam wie es kommen musste: Der Kranführer schwenkte die Riesenbox in einer eleganten Halbparabel zielgenau ins Schwarze. Und es passte perfekt. Klappe zu, Affe tot …

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Das Cavaturaccioli hat eine überraschend gute Küche!

Restaurant in Genua

Diesen Abend hatte Josh die schwierige Pflicht, ein Restaurant aufzutreiben mit den Prämissen: „gut“ und „Sitzplätze im Freien“. Ging Alles nicht so auf, wir liefen – wie schon den ganzen Tag in Genua –  durch die engen Gassen. Die sich dann irgendwie immer wiederholten. Zufällig landeten wir am Ende im „il cavaturaccioli„.

In Italien wird ja relativ stoisch zwischen Bar und Restaurant unterschieden. Daher waren wir skeptisch, wie das Essen sein würde. Aber: super! Gute einfache Küche. Perfekt präsentiert!

Ganz frische Caprese für Josh, ich hatte – völlig verrückt aus italienischer Sicht – als „primo“ Ravioli in Butter und Salbei und als „secondo piatto“ eine wunderbar abgeschmeckte Amatriciana. Vorher gab es kleine Appetit – Häppchen mit Pizzabrot oder Pasta. Service war ausgesprochen nett, kurz: wir waren sehr zufrieden!

Im Hotel zurück haben wir erstmal die Räume inspiziert. Die große Bibliothek mit eindrucksvollen Deckenhöhen.  Und Bilder von der Maisonette Suite mit Treppe hoch zum Bett. Dort ist auch das kleine süsse Bad mit alten Deckenbalken.

Preislich lagen wir hier wieder bei 120,- – 180,- Euro, was ich absolut fair und angemessen fand.

Am nächsten Morgen probieren wir spontan das Frühstück. Eigentlich kostet es 12,- Euro extra, aber als kleine Sales Maßnahme war es während unseres Aufenthalts auf 10,- Euro reduziert.. Aufgrund unserer spontanen Entscheidung konnten wir nur noch eines der 5 verschiedenen Frühstücke wählen. Vielleicht wurde es extern produziert? Keine Ahnung. War es gut? Hmmm … sagen wir mal so: Der Sitzplatz auf der Dachterrasse rechtfertigt den Preis erheblich mehr als die Qualität des Frühstücks. Auf der anderen Seite: Ist Italien berühmt für sein Frühstück? Klares nachdrückliches NEIN, daher für 10,- Euro wirklich völlig in Ordnung.

Wir freuen uns aber langsam mal auf ein wirklich gutes Frühstück, auf ein wirklich gutes Croissant, vielleicht sogar noch warm? Und es rückt näher, denn heute geht es auf nach Frankreich!

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