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Tag 5 – welcome to Barcelona

Der letzte Tag hat mehr zu bieten, als ich erwartet habe. Von High – End – Essen in der Provinz bis zu Low – End – Essen in der Metropole …

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Der letzte Tag ist immer eigentlich ein Tag, der dadurch geprägt ist, dass es der Abreisetag ist. Es endet im Grunde die Anreise, der Weg ist ja das Ziel und gleichzeitig beginnt die Abreise, weil wir ja beide zu unterschiedlichen Orten müssen. Fürs erste gehts jedenfalls nach Barcelona, einer meiner Lieblingsstädte in Europa.

Wir fahren zufrieden und vollgefressen nach dem hervorragenden Frühstück in Arles ab und überqueren nur kurze Zeit später die Grenze  zu Spanien. Wieder einmal stelle ich fest, daß ich gerne mal Andorra sehen würde. Und wieder einmal fällt es dem zeitlichen Rotstift zum Opfer.

Der Hunger kommt trotzdem bald schon wieder. Möchte nicht wissen, was ich bei diesem Trip zugenommen haben werde… Und diesmal, um die Anreise nicht unnötig zu verlangsamen, suche ich einfach in Google Maps nach einem Restaurant nahe unserer Strecke, das einerseits offen hat und andererseits mehr als 4,5 Sterne in seinen Rezensionen.

Restaurantwahl mit Planung

Komischerweise haben fast alle Restaurants zwischen 4,2 und 4,5. 4,6 oder mehr ist super selten. Ich finde dann die Terrassa Gaudí mit 5.0 in TripAdvisor bei allerdings nur 8 Bewertungen und 4.9 in Google, was mit 108 Rezensionen überaus beeindruckend ist.

Eventlocation im Nirwana?

Die Terrassa Gaudí ist offensichtlich eine Event Location und vermutlich auch eine beliebte Ausflugsgastronomie. Die sehr gepflegte und in anderen Jahreszeiten vermutlich wunderschön berankte Terrasse wurde gerade renoviert, wir durften aber trotzdem draussen an einem Tisch sitzen.

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Unser Tisch und die im Umbau befindliche Terrasse

Gaudí?? Gaudí …

Ich frage den Kellner, woher der Name und vor Allem der Bezug zu Gaudí kommt. Er winkt mir, ihm zu folgen und führt mich durch den Gastbereich im Inneren zu der kleinen Kapelle, die sich gleichermaßen anschmiegt an das Hauptgebäude. Dort zeigt er auf das kleine runde Fensterchen und erklärt mir, daß Gaudí es gemalt hätte.

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Das Original hängt wohl woanders … aber die Kopie sei sehr gut …

Danach zeigt er mir einen Geheimgang im Keller, der anfangs aus Backsteinen besteht, später in Fels übergeht. Er ist so gepflegt, als wäre er gerade jetzt erst fertiggestellt worden. Bei mir stellt sich dermaßen schnell eine klaustrophobische Empfindung ein, daß ich lieber wieder umkehre.

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Geheimgang aus dem Gang fotografiert

Besser: Es geht es in Richtung Weinkeller. Da lagern ein paar historische Preziosen, absoluter Wahnsinn! Coole Veranstaltungsräume hier. Wenn man die Leute halt Alle hier hin kriegt.

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Weinkeller mit angestaubten Schätzen

Es gibt Essen!

So, ab gehts wieder nach oben. Die Speisekarte ist auf Katalan, ich verstehe weniger als die Hälfte. Daher bitte ich den netten Kellner, uns einfach ein kleines Mittagsmenü zu servieren, das aus seinen Favoriten besteht. Er nickt und verschwindet.  

Und was für Essen …

Wenig später kommt er mit zwei Tellern mit rohem Fisch und Zwiebeln wieder. Ich denke: „shit“, das ist wohl schief gegangen. Halte den Fisch für Makrelen und bin da kein riesiger Fan … Tatsächlich sind es Makrelen. Ein wirklich leichter Geschmack, überhaupt nicht dieses schwere, tranige.  Tolle Konsistenz! Ich bin kein Fischexperte, aber ich glaube, das muss ein sehr frisches Grundprodukt sein.

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zu spannend – hab fast das Fotografieren vergessen

Dann geht es weiter mit getrüffelten Spiegeleiern. Die waren zum Reinsetzen! Mir dämmert langsam, daß die Bewertungen uns zu einer Platz geführt haben, in dem Menschen Leidenschaft für Genuß haben. Und das Know – How, um den Genuß zu erzeugen. Und das fernab der Zivilisation im Nationalpark de Montnegre!

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Wow! Und das mitten im Niemandsland!

Mein neuer Freund kommt mit zwei verschiedenen Kroketten um die Ecke. Einmal mit Kabeljau, einmal mit Lachs. Jeweils für Josh und für mich. Geschmacklich so lecker, das wir sie gegessen haben, bevor ich auf die Idee komme, ein Foto zu schießen.

Als nächsten Gang gibt es in Scheiben geschnittenen Räucherlachs. Mit Brot, einer Art rahmiger Butter und getrockneter Fischhaut. Texturen und Aromen sind wunderbare Kontrapunkte, vor Allem mit der Fischhaut!

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Der Lachs ist gut! Und die Fischhaut passt dazu.

Getrocknete Artischocken?

Weiter geht es mit einer  getrockneten Artischocke mit Sobrasada und Brie-Käse. Was Sobrasada ist? Eine luftgetrocknete Rohwurst, typisch für Mallorca mit den Hauptzutaten Schweinefleisch und Speck.

Die Kombination schmeckt mir erstaunlich gut, obwohl die Geschmacksrichtungen hier in eine ähnliche Richtung gehen. Und obwohl ich keine Artischocken mag.

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Artischocke mit Sobrasada und Brie

Was dann später als „Chuleta de Vaca Vieja“ auf der Rechnung erscheint, lässt Josh und mich in einen begeistert-gierig-schweigsamen Essensmodus verfallen. Später sinnieren wir darüber, ob jetzt das heutige Fleisch besser war als das gestern in Frankreich.  Wir rätselten, was das heute für eine Rasse gewesen sein könnte, die es so selbstverständlich mit dem Charolais aufnehmen konnte?

Osteuropa rulez!

Gemeinsam mit dem Kellner suchen wir den Stempel, auf dem die Herkunft steht. Jetzt haltet Euch fest, das Rind war aus Polen! Habe ich noch nie gehört als besonders guter Herkunftsort für Rindfleisch. Aber irgendwie hat es nunmal gereicht, uns völlig zu begeistern. Vergessen wir das Gequatsche und halten fest: Chapeau!

Das Dessert hieß „Brazo de Gitano“, das bedeutet soviel wie Zigeunerarm. Political correctness hat´s wohl noch nicht hier hin geschafft ;) Schmeckt gut, ist aber im Vergleich zu den Gängen davor klar eine Nummer flacher und beliebiger.

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Am Ende zahlen wir keine 120,- Euro inklusive drei Glas guten Hausweins. Das ist mehr als fair und bei der Qualität fast ein Schnäppchen! Noch ein kleiner Dessertwein aufs Haus und weiter geht es nach Barcelona.

Ankunft Barcelona …

Nach einer knappen Stunde erreichen wir die c´Elisabet. Eine Fußgängerzone, die uns unser Navi auch noch gegen ein paar Verkehrsregeln befahren lässt. Spannend, aber irritiert niemanden so wirklich. Nur ich bin ziemlich angespannt, weil überall risikobereite Spanier sowie Touristen um mein Auto „herumfließen“.

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Casa Camper – Camping in Barcelona?

Wir halten an einem kleinen Platz und ich gehe zu Fuß zum Hotel Casa Camper. In Google 4,7 Punkte, bei TripAdvidor zu den „Best of the Best“ gewählt.

Der Name erinnert mich an die mallorquinische Schuhmarke. Und genau daher kommt er auch. Die Eigentümerfamilie besitzt ein Hotel in Barcelona und eins in Berlin. Drinnen ist es irgendwie cool. Mit einem sehr eigenständigen Interior Design. Alles sehr gepflegt. Die Zimmer auf unserer Etage erstrecken sich über den Korridor hinweg, nach links geht es aus dem Flur in das Schlafzimmer und Badezimmer, nach rechts in ein Wohnzimmer mit Hängematte. Sehr cool!

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Durchdacht ist das Konzept schon!

Interior Design in „speziell“

Neben dem Bett stehen jeweils ein paar Hausschuhe. Eines in grün-braun, eines in rosa. Ich überlege kurz, ob das als Give-Away zu verstehen ist. Aber glaube es mir selbst nicht… Unten gibt es eine Art Speiseraum. In der benachbarten kleinen Küche werden Snacks zubereitet, die dann präsentiert werden in diesem kleinen Raum, der im Grunde aus Regalflächen und einem Kühlschrank besteht. Die kleinen Mahlzeiten sind gratis, ebenso wie die nicht alkoholischen Getränke. Dann gibt es noch weitere Gemeinschaftsflächen, eine mit einer „Honesty Bar“, wo das Hotel auf ehrliche Gäste hofft. 15 Jahre ist es schon her, daß Casa Camper eröffnet hat. Das sieht man dem Interior Design schon etwas an, aber es hat seinen ganz eigenen Style, der irgendwie so speziell ist, das es schon wieder fast zeitlos wirkt.

Auf gehts in die Stadt!

Wir wollen aber erstmal los die Stadt erleben, schmeissen das Gepäck in die Zimmer und stürmen wieder raus. Die Lage ist echt genial. Die Elisabet ist eine kleine Fußgängerzone mit vielen kleinen Läden und Restaurants oder hauptsächlich Bars, die dann direkt auf „La Rambla“ führt auf Höhe des Barca Fan-Shops. Für Fußball-Fans: Der deutlich größere Fan-Shop ist im Stadtion Camp Nou übrigens. Ich habe die bescheurte Idee, wir müssten eine Markthalle besuchen. Warum auch immer. Natürlich gibt es in Barcelona gleich vier in der näheren Umgebung. Natürlich navigiere ich uns nicht zur berühmten Pasage del Mercat, sondern wir machen uns auf zum Mercat Santa Caterin mitten im trubligen Ribera Viertel.

Warum gerade diese Markthalle? Keine Ahnung. Vielleicht hat es mich an Santa Catalina hier in Mallorca erinnert …

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Er hat mich bestochen …

Besonders begeistert mich der Fleischer. Er besticht mich mit kleinen Jamon Schnipseln, das ich irgendwo beifällig erwähne, das sein IG -Account carles_gourmet_xarcuters ist. Aber die anderen Stände sind auch sehenswert. Einer hat nur Eier im Sortiment. Aber in jeder erdenklichen Größe und Farbe.

Später geht es dann Richtung touristische Altstadt. Mit ihren kleinen engen Gässchen und der Vielzahl von äußerst mässigen „Restaurants“. Wir bleiben im Nemrut hängen. TripAdvisor warnt mit einem nicht so richtig guten Platz 8586 von 8794 aller Restaurants in Barcelona. Muss man aber auch erstmal schaffen!

Restaurantwahl ohne Planung

Das sehe ich aber auch erst später. Wir pflanzen uns einfach hin, weil auf der Terrasse ein Tisch frei ist. Und wir sind nicht nur platt. Sondern haben Durst! Wie es dann so kommt, man trinkt und schnackt und regt sich über die dusseligen Gespräche am Nebentisch auf und plötzlich bestellt man doch was zu Essen.

Mäßiges Essen in Barcelona!

Patatas Bravas ordere ich, möglichst das Risiko meidend, der Küche zu viel Komplexität zuzumuten. Josh ist etwas leichtsinniger mit seinen Kroketten. Aber am Ende ist es beides genießbar und wir sitzen einfach schön mitten in Barcelona und freuen uns des Lebens!

Später kehren wir über ein paar Umwege ins Hotel zurück. Ich lerne noch, was Social Clubs sind. Und wir sitzen noch sinnierend auf der Dachterrasse des Casa Camper. Etwa die Hälfte von uns schafft es dann auch tatsächlich am nächsten Morgen, das Flugzeug zu kriegen. Ich brauche etwas länger, schlafe dafür aber sensationell gut …

So, das war es dann. Der Roadtrip ist vorbei. Ich hoffe, es hat ein bisschen Spaß gemacht, mitzulesen, was wir so erlebt haben in dieser aufregenden Woche ohne Plan und Konzept. Wir sind gut damit gefahren, sind mit vielen netten und offenen Menschen ins Gespräch gekommen. Haben viel erfahren. Ja, Kalauer … Vielen Dank an Josh, eine tolle Reisebegleitung. Hoffentlich können wir das bald wiederholen!

Wir haben ja eine kleine Spendenaktion in IG gestartet für die Ukraine. Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn der eine oder andere von Euch sich da noch beteiligen möchte unter https://www.instagram.com/avwedemeyer/.

Wenn es Euch gefallen hat, schreibt das gern in einen Kommentar unten. Wenn Ihr nichts verpassen möchtet, abonniert den Newsletter. Oder folgt mir auf Instagram oder LinkedIn!

Eine gute Zeit!

Arnd

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