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Roadtrip Tag 2 – Saragossa-Pamplona

Und wieder unterwegs. Heute wollen wir zwei Städte an einem Tag erfahren, San Sebastián ist das Ziel und auf dem Weg gibt es Lunch in Pamplona …

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Wart Ihr schon mal in Pamplona? Vermutlich nicht. Aber sicher habt Ihr schon Bilder aus Pamplona gesehen. Das ist die Stadt, wo einmal im Jahr Stiere Menschen jagen dürfen. Und dann nach 825 Metern zur Strafe in der Stierkampfarena landen. 6 Stiere, 4 Ochsen und 3000 Menschen. Meistens stolpern die Menschen vermutlich übereinander …

Bullrun in Pamplona (Quelle: Pamplonabullruntickets.com)

Nach unserer üblichen langen Entscheidungsschwächephase schlägt meine große Tochter vor, daß wir heute schon nach San Sebastián fahren und auf dem Weg in Pamplona halt machen. Eine gute Idee!

Marmelade preisgekrönt im Hotel Sauce

Angefangen hat der Morgen mit einem guten Frühstück in unserem irgendwie lustigen und liebenswerten Hotel Sauce. Das Hotel bietet ja nicht nur ein tortengefülltes Café in super Qualität, sondern hat zusätzlich noch preisgekrönte Marmeladen im Sortiment. Wusste gar nicht, daß es da Preise für gibt … Ich teste also drei der Sorten gemeinsam mit einem sehr sehr mässigen Croissant. Hmm. Naja, es sind interessante Geschmackskombinationen. Aber die Sinnhaftigkeit erschließt sich mir nicht so wirklich. Erdbeere, Himbeere und Vanille ist jetzt naheliegend, Apfel mit Brombeere hatten wir auch schon aber Tomate mit Chili finde ich zum Frühstück schon etwas gruselig. Aber vermutlich bin ich nur beleidigt, das meine Freude auf ein gutes Croissant (mal wieder) enttäuscht wurde. Liebes Hotel Sauce, bitte ändert das. Es war Alles so toll. Da müsst Ihr nicht zum Frühstück diesen pampigen Labberlappen servieren!

Schönes Wetter macht bunte Bilder

Das Wetter ist viel besser als gestern, es ist ein frischer Wind zu spüren. Der Himmel ist aufgerissen, das Licht ist fantastisch. Selbst der gern schäbig wirkende gelbe Backstein, der in Saragossa das Straßenbild dominiert, wirkt plötzlich freundlicher und wertiger. Bevor es in die Tiefgarage runter geht machen wir noch ein paar Fotos von El Pilar und Co., ich hab sie Euch in die Galerie gestellt. Unglaublich eindrucksvoll und sehenswert! Habe hier zum ersten Mal in Lightroom die Funktionen ausprobiert, Bildgeometrien anzupassen. Wie Ihr seht, ist mir das sehr unterschiedlich gut gelungen, aber ich übe weiter!

Los gehts in Richtung Pamplona. Wir starten auf der Autobahn und zunächst bleibt die Landschaft etwas sagen wir mal fahl und nicht so richtig schön. Irgendwann entscheiden wir uns, den Rest des kurzen Wegstückes Landstraße zu fahren. Was eine super Entscheidung ist, denn wir finden direkt ein wunderschönes und gigantisches Aquädukt, das wir sonst nicht gesehen hätten.

Jaja, die Römer … Denkste …

Wikipedia verrät uns, das es das Aquädukt von Noáin ist. Ich dachte, die Römer wären schuld an diesem Infrastrukturprojekt, das heute vermutlich nicht gebaut werden würde, weil eine seltene Borkenkäferart irgendwo kleine Käfer in die Käferschule bringt. Aber es war König Carlos III. von Spanien, der dieses über 1 Kilometer lange und aus 96 Bögen bestehende Wunderwerk 1782 hat bauen lassen. Wobei es sicher eine längere Bauphase als ein Jahr hatte …

Die Landschaft verändert sich, wie Ihr vielleicht sehen könnt. Es kommt mehr Toskana – Feeling auf. Die Farben werden frischer. Das grün satter, das Gelb intensiver. Schön! Und wir erreichen Pamplona. Meine Große hat nach stundenlanger Recherche das Restaurant ausgesucht, wir parken direkt unter der Stierkampfarena – natürlich – in der Tiefgarage. Ich bewundere mal wieder die spanische Tiefbaukunst und wir stehen schon vor La Olla.

Das La Olla in Pamplona

Erst bin ich ein wenig enttäuscht, weil es im Grunde mehr wie ein touristisches Lokal in der Fußgängerzone wirkt. Und wir vom zu dem Zeitpunkt überlasteten Service weitgehend ignoriert werden. Als wir dann aber sitzen und die Karte bekommen, verstehe ich, warum meine Große das La Olla ausgesucht hat.

Am Nebentisch hat das spanische Pärchen noch ein letztes kleines Würstchen auf dem Teller, das mich irgendwie anlächelt. Ich frage die nette Kellnerin, ob wir das auch bestellen können. Das geht und ich erfahren, daß die kleienn Racker Txistorra heißen. Ich soll auch nur zwei als Gruß aus der Küche bestellen, weil es sonst zu viel würde.

D´acuerdo! Als die beiden Würstchen kommen sind wir uns schnell einig, daß die das hier drauf haben in Pamplona. Mit Würstchen … Die typische Konsistenz spanischer Bratwürstchen, aber nicht zu fein oder zu oft passiert. Gute Textur! Und natürlich trieft es rötlich aus dem Würstchen raus. Da muß das wirklich richtig gute Brot (!!) herhalten, um ja dieses ungesunde und leckere aromatische Öl nicht verkommen zu lassen.

Dann hatte ich etwas aus roter Paprika bestellt. Nannte sich Pimientos de Cristal. War entsetzt als der Teller kam. Sah aus, wie ein schleimiger Albtraum aus der ausgefallenen Kühlung. Aber: weit gefehlt. Mega lecker. Noch leicht bissfest. Man hätte vielleicht einzelne Fäden entfernen können, aber das ist jetzt Haarspalterei. Geschmacklich eine leichte Säure mit der leichten Süße der Paprika. Sehr lecker! Tolle Vorspeise.

Road Trip Nordspanien Tag 2 Saragossa Pamplona La Olla
Rote Paprika.Nicht schleimig.

Danach kommen die Muscheln. Eine tolle Soße. Und ehrlicherweise kommt es da bei vielen Gerichten doch drauf an… Leichte Säure vom weissen Apfelessig. Und dann sollte noch Cognac in der Sauce sein, den habe ich ehrlicherweise nicht geschmeckt. Aber es war mega lecker und eben doch einfach auch interessanter als Miesmuscheln in dem typischen Weinsud. Klare Empfehlung!

Road Trip Nordspanien Tag 2 Saragossa Pamplona La Olla Restaurant
Muscheln. Lecker!

Der Tintenfisch, den ich als Hauptgang hatte, fiel dann leider ab. Er hatte teilweise einen sehr bitteren Nachgeschmack. Vermutlich waren das Röstaromen in der Pfanne, die dort schon eine Weile das Gußeisen besiedelt haben. Ich war aber sowieso schon im Grunde satt und hatte aufgehört zu essen.

Meine Große hatte Bacalao bestellt. Der Kabeljau wird aber vor allem in Portugal aber auch in Spanien anders zubereitet. Er wurde traditionell in Salz getrocknet, was meiner persönlichem Meinung nach weder dem Geschmack noch der Konsistenz zugute kommt. Ich finde, das er zu salzigem Gummi wird. Für viele Menschen ist Bacalao aber ein echter Hochgenuß. Man muß also einmal im Leben herausfinden, in welche Gruppe man gehört.

Road Trip Nordspanien Tag 2 Saragossa Pamplona La Olla Restaurant
Pulpo. Leider etwas bitter.

Der super aufmerksame Service stutzte also, als wir plötzlich vor zwei relativ vollen Tellern saßen und angaben, satt zu sein. Ließ nicht locker und ich erklärte die Pulpo – Problematik aus meiner Sicht. Fügte aber hinzu, daß wir sowieso satt seien, weil Alles sonst sehr gut und auch „reichlich“ gewesen sei. Es bohrte in ihm und er verschwand in die Küche. Kam zurück und fragte, ob sie uns auf ein Dessert einladen könnten. 110 Kilo von mir schrien „Ja“ und das Schicksal nahm seinen Lauf.

Road Trip Nordspanien Tag 2 Saragossa Pamplona La Olla Restaurant
Genial! Punkt!

Teja de chocolate Blanco soll es heißen. Als ich das gegooglet habe, kamen andere Sachen zum Vorschein, daher nehmt das bitte nicht so ganz ernst. Es war jedenfalls eine Mousse von weisser Schokolade. Ich meine, es war ein Frischkäse eingearbeitet. Dazu gab ein bisschen Limone einen Hauch von Säure. Über die Mousse waren ganz fein Pistazien und Kokos geraspelt. Genau so viel, um eine feine Ergänzung und Erweiterung der Geschmacksexplosion zu erzeugen. Ohne die Dominanz eines einzelnen Aromas. Daneben ein Minzblatt, darauf ein paar süsse und bissfeste Erdbeerstücke und ein paar Waldfrüchte. Das ganze Wunderwerk angerichtet auf einem hauchdünnen Mürbeteigboden.

Road Trip Nordspanien Tag 2 Saragossa Pamplona La Olla Restaurant

Wow. Lecker! Allein dafür kann man nach Pamplona fahren. Und danach wird man den Rindern schon zeigen, wer der Herr im Haus ist! Meine Meinung zum La Olla: Super empfehlenswert. Tolles Preis-/Leistungsverhältnis. Wahnsinnig aufmerksamer Service bis auf die leichte Schwäche am Anfang.

So, jetzt geht es weiter. Melde mich später wieder!

Arnd

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