Tag 1 Trentino - Trient
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Tag 1 – Trient

Als wir in Südtirol waren, fingen wir an uns Gedanken über unsere heutige Endstation zu machen. Wir kurvten ein bisschen durch Bozen aber irgendwie hatten wir kein gutes Gefühl dabei und ich tippte auf Trient oder Trento im Italienischen.

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Startpunkt war München. Startzeit der späte Nachmittag, weil unser Auto, ein quietschegelber BMW noch seine erste Inspektion bei der Automag vor sich hatte …

Fluchend hing ich das achte Mal in der Warteschleife. Drückte das achte Mal die „1“, damit zur Qualtätssicherung die Anrufe gelegentlich mal aufgezeichnet werden können. Was offensichtlich nicht viel bringt. Wiederholte zum achten Mal das Autokennzeichen, das Josh und ich mittlerweile auswendig konnten. Und wartete, während wir schon im Taxi zur Automag sassen, um durch unsere Anwesenheit den Prozess zu beschleunigen, mit einem Mitarbeiter verbunden zu werden.

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BMW Schnellservice – „Dürfen wir Ihr Auto waschen?“

Kurz bevor wir in der Landsberger Straße ankamen wurde ich schließlich verbunden. Der Mitarbeiter konnte mir nichts sagen und versprach einen Rückruf. Wie seine Kollegen zuvor. Ich legte frustriert auf und siehe da: Eine SMS von der Automag war unbemerkterweise gekommen: Unser BMW war fertig!

Ich hoffe, die Inspektion war gründlicher als die Reinigung. Das Bild oben ist nach der Reinigung … Es ist tatsächlich weniger Dreck auf dem Auto. Aber sauber ist anders, oder?

Egal wie, meckern ist immer leicht. Die Mitarbeiter vor Ort waren sehr nett und wir rollten dann gegen 15:30 vom Hof der Automag. Ab ging es Richtung Süden. In unserer „Planung“ hatten wir nur überlegt, daß wir nach Italien wollten. Und nicht in die Schweiz. Also ging es über Österreich auf den Brenner.

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Prachtvolle Fassaden aus Barock und Renaissance

Als wir in Südtirol waren, fingen wir an, uns Gedanken über unsere heutige Endstation zu machen. Wir kurvten ein bisschen durch Bozen aber irgendwie hatten wir kein gutes Gefühl dabei und ich tippte auf Trient oder Trento im Italienischen.

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Eine gute Entscheidung. Eine prachtvolle Stadt im Etschtal. Wunderschön! Historisch bekant durch das Konzil von Trient, das von 1545 bis 1563 stattfand. Baulich sind Barock und Renaissance stilgebende Elemente der Architektur und zeugen davon, daß Trient eine wohlhabende Stadt und Region war und ist.

Per Booking App habe ich ein etwas skuril wirkendes Hotel mitten in der Altstadt gefunden. Das Boutique Exclusive B&B Trento. Mein Zimmer hatte ein Dampfbad und eine Art Wald, wir haben zwischen 120,- und 160,- Euro die Nacht pro Zimmer bezahlt mit Frühstück. Minibar gab es keine. Der Schädel blieb verschont von Splittern, die Baumstammscheiben am Kopfende des Bettes waren eine Fototapete.

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Den Wald vor lauter Bäumen …

Wir sollten vor 20 Uhr zum Einchecken ankommen also ignorierten wir dieses Schild und parkten vor der juristischen Fakultät der Universität, die direkt dahinter liegt.

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Geheimnisse über Geheimnisse

Nur mal am Rande: Versteht Ihr das Schild? Radfahrer, Rollstuhlfahrer und Hockeyspieler? Wir schafften es gerade noch rechtzeitig ins Hotel, der nette Typ am Empfang sagte mir, wir sollten auf einem anderen Parkplatz parken. Der aber ziemlich weit weg war und wir entschieden uns, erstmal essen zu gehen.

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Jede Menge Bars gibt es am Domplatz

Uns wurde – vielleicht weil wir Deutsch sind –  ein Restaurant namens Forsterbräu Trento empfohlen.

Eine Art italienisches Hofbräuhaus im Süden Südtirols. Mit Würstel, Bier (Helles, Bockbier, Pils, …), Bretzel und Schnitzel Wiener Art. Eine durch ihr Interior Design wirklich gemütliche und urige Konzeptgastronomie die uns mit einem kleinen Pils aufs Haus sehr nett begrüßte.

Leider war nur das Bier wirklich gut. Das Essen war essbar. Der Würstel Teller hat mir nicht geschmeckt, die Weißwurst hatte eine merkwürdige Konsistenz, das Wiener Schnitzel genügte den Mindestanforderungen an ein Stück Fleisch mit Panade. Die Bretzel war das geschmackliche Highlight. Ich hatte als Dessert ein Tiramisu, das entfernt an seinen Namensgeber erinnerte. Josh hatte eine Crème Brulée, die kalt war. Was sie nicht durch ihre großzügige Portionsgröße kompensieren konnte.

Nicht nur die Krapfen hatte ich in Meran gerade in viel besserer Qualität genossen. Also wirklich um Welten besser waren sie im „Leiter am Waal„, ein Tip meiner Schwiegermutter, die es kulinarisch faustdick hinter den Ohren hat! Kann ich Euch nur wärmstens empfehlen, wenn es Euch mal in die Gegend verschlägt!

Also Fazit zum Forsterbräu: alles essbar. Aber nicht viel mehr. Die überwiegend sehr guten Bewertungen in Tripadvisor für uns nicht nachvollziehbar. Service supernett und bemüht.

Wir waren dann zu faul und zu angeheitert, das Auto noch umzuparken und hofften darauf, das Auto am nächsten Morgen noch an gleicher Stelle zu finden …

Nach dem Frühstück im fensterlosen Keller des Hotels checkten wir aus und stellten fest, daß der große Platz vor dem Stadtturm (Torre Civica) brechend voll ist. Demonstranten skandieren in Sprechchören, dass der Krieg aufhören solle. „STOP WAR“ und „PUTIN GO HOME“ sind Forderungen, denen wir uns sofort anschließen. Und weil die Demonstration an der juristischen Fakultät vorbei geht ist an Ausparken und Losfahren sowieso nicht zu denken.

Schlimme Zeiten: In der Ukraine vernichtet ein eiskalter Diktator Menschenleben. Und in Deutschland machen wir uns Gedanken über Gender-Sternchen … Oder fahren wie wir mit dem Auto sinnfrei in der Gegend herum … Hoffentlich endet das Alles gut!

Wie es Morgen weiter geht, erfahrt ihr hier: Blog-Post.

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